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In Brasilien begann die Missionierung durch Jesuiten der Ordensgemeinschaft «Gesellschaft Jesu» bereits 1549, nur 49 Jahre nach der Entdeckung durch den Portugiesen Pedro Álvares Cabral (1467 oder 1468 bis ca. 1520), die ihre Arbeit im heute nordöstlichen Bundesstaat Bahia begannen. Dort errichteten sie eine Schule in Salvador da Bahia und begannen mit dem Katechismus der indigenen Ureinwohner. Fünfzig Jahre später gab es bereits 670 Schulen entlang der Küste vom südlichen Bundesstaat Santa Catarina bis in den nordöstlichen Bundesstaat Ceará.
Missionsarbeit im südlichsten Bundesstaat Rio Grande do Sul jedoch fing erst 126 Jahre nach der Entdeckung Brasiliens an. Am 3. Mai 1626 gründete der Jesuit Roque González de Santa Cruz (1576 – 1628), der etwa sieben Jahre vorher aus Paraguay gekommen war, die Gemeinschaft São Nicolau, die allererste kolonisierende Gemeinschaft östlich des Uruguay-Flusses, heute im Bundesstaat Rio Grande do Sul gelegen. Er hatte das Vertrauen der lokalen indigenen Bevölkerung gewonnen, hauptsächlich Guaranís, nicht zuletzt da er ihre Sprache fliessend beherrschte, da er sie schon als Kind in Paraguay erlernt hatte. Nach zwei und halb Jahren intensiver Missionsarbeit, wurden Roque González und Afonso Rodrigues durch eine örtliche Gruppe, die der christlichen Evangelisierung entgegenstand, angeführt von dem Häuptling Nheçu, eine Führungsperson der Guaraní, die maximale Autorität besass, ermordet. Doch in den Jahren 1632 bis 1636 entstehen weitere Missionen: São Francisco de Borja, São Miguel Arcanjo, São Lourenço Mártir, São João Batista, São Luiz Gonzaga und Santo Ângelo Custódio. Ab ca. 1640 bis in die 1700er Jahre blühen die «Sete Povos das Missões», die Sieben Völker der Missionen, als kulturelle, landwirtschaftliche und religiöse Zentren für die Guaraní. Jedoch schon um 1750 bis 1756 erleben sie ihren Niedergang und Zerstörung während der Auseinandersetzungen zwischen Portugal, Spanien und den Guaraní durch den Vertrag von Madrid, der zum Guaraní-Krieg führt. Dadurch werden die meisten Missionen aufgegeben. Heute zeugen die Ruinen von São Miguel eindrucksvoll und einzigartig von dieser grossartigen Missionsarbeit. Erst 1824, kurz nach der Ausrufung von Brasiliens Unabhängigkeit von Portugal, siedeln sich erste deutsche Einwanderer in der Gegend des heutigen São Leopoldo an. Sie bringen den lutherischen Glauben mit, haben jedoch zunächst keine ordinierten Pastoren. Die Gottesdienste werden von Laien geleitet und durchgeführt. Ab 1825 erreichen einige evangelische Pastoren aus Europa die «Kolonien», hauptsächlich um die dort ansässigen deutschsprachigen Gemeinden zu betreuen. Jedoch war dies noch keine eigentliche «Missionsarbeit», sondern eher eine Gemeindearbeit. Erst im Jahr 1864 findet die Gründung der ersten dauerhaften lutherischen Synode in Brasilien, der Synode von Rio Grande do Sul, statt. Sie legt ihren Schwerpunkt immer noch auf die deutschsprachigen Einwanderergemeinden. Ende 1800er Jahre beginnen Baptisten, Methodisten und Presbyterianer mit Missionsarbeit unter portugiesisch sprachigen Brasilianern in Rio Grande do Sul. 1882 eröffnen Methodisten ihre erste Missionsschule in Porto Alegre. Ab den 1890er bis in die 1900er Jahre gründen Baptisten und Presbyterianer Gemeinden unter Brasilianern (nicht nur unter Einwanderern). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erreichen Pfingstbewegungen auch den Süden Brasiliens, einschließlich Rio Grande do Sul. Kurz danach werden Gemeinden im Nordwesten von Rio Grande do Sul gegründet, wo wir heute noch tätig sind. Der Ruf des damaligen Guaraní-Führers Sepé Tiarajú, der auf tragische Weise im Krieg gegen die Portugiesischen und Spanischen Invasoren 1756 fiel – «Dieses Land hat Eigentümer» – erinnert uns an den Ausspruch in Psalm 24:1 NGÜ: «Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen». Die Steine der Mauern von São Miguel erinnern uns an Psalm 127:1 NGÜ: «Wenn der HERR nicht das Haus baut, dann mühen sich alle, die daran bauen, vergeblich.» So geht seit fast 400 Jahren die Missionsarbeit und Gottes Werk in Südbrasilien weiter. Gott hat es nicht im Stich gelassen, auch wenn es viele schwere Zeiten für die ursprüngliche einheimische Bevölkerung und deren Nachkommen, für Missionare verschiedener Christlicher Kirchen und die späteren Siedler aus Europa gab. Gott ist treu geblieben! Und Er wird es für immer bleiben! |
Die heutigen Ruinen von São Miguel
Die heutigen Ruinen von São Miguel
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